Registrierkasse für den Adventstand?

Ist Ihr Adventstand registrierkassenpflichtig?

Seit bald drei Jahren gilt im Allgemeinen die Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht. Bestimmte Barumsätze sind jedoch unter gewissen Voraussetzungen ausgenommen.

Eine Ausnahme betrifft Tätigkeiten „im Freien“, wenn die dabei erzielten Umsätze im Kalenderjahr 30.000 Euro nicht übersteigen. „Im Freien“ wird eine Tätigkeit dann ausgeübt, wenn die Verkaufsstelle zumindest an einer Seite ab der üblichen Verkaufshöhe vollständig geöffnet und während der Geschäftszeiten nicht verschließbar ist. Darunter fallen die typischen Christkindlmarkt-, Glühwein-, Weihnachts-, Maroni- oder Punschstände.

Weitere Voraussetzung ist, dass die Verkaufsstelle „nicht in Verbindung mit festumschlossenen Räumen“ steht. Dies ist typischerweise bei Schanigärten der Fall, wo die Verkaufstätigkeit vor dem Geschäftslokal stattfindet.

Alles zur 30.000- Euro-Grenze

  • Die 30.000 Euro Grenze gilt für alle Umsätze im Freien. Wer mehrere Stände hat, muss die Umsätze zusammenrechnen. Wird die Grenze nicht erreicht, besteht weder Belegerteilungs- noch Registrierkassenpflicht. Die Tageslosung darf mittels Kassasturzes ermittelt werden.
  • Wird die 30.000 Euro Grenze im laufenden Jahr überschritten, müssen die weiteren Umsätze im Freien erst ab Beginn des viertfolgenden Monats nach Ablauf des Umsatzsteuervoranmeldungszeitraumes (Übergangsfrist) in der Registrierkasse erfasst werden.
  • Wurde die 30.000 Euro Grenze bereits im vergangenen Jahr überschritten und ist die Übergangsfrist abgelaufen, müssen die Barumsätze des laufenden Jahres jedenfalls in der Registrierkasse erfasst werden.

Betriebsstätte oder nicht?

Besteht wegen Überschreitens der Umsatzgrenze und Ablaufs der Übergangsfrist Registrierkassenpflicht, stellt sich die Frage, ob die Umsätze sofort beim Kassieren in die Registrierkasse
eingegeben werden müssen oder nicht. Das hängt davon ab, ob der Verkaufsstand eine „Betriebsstätte“ darstellt.

Ein Verkaufsstand stellt im Allgemeinen dann eine Betriebsstätte dar, wenn er durchgehend oder regelmäßig wiederkehrend voraussichtlich länger als sechs Monate genutzt wird. Ist das der Fall, muss der Barumsatz sofort beim Kassieren in die Registrierkasse eingegeben werden. Da Weihnachts-, Punsch- und Maronistände nur für wenige Wochen aufgestellt werden, stellen sie keine Betriebsstätten dar.

In diesen Fällen können Sie von den Erleichterungen für „mobile“ Umsätze Gebrauch machen. Es genügt, dass beim Kassieren lediglich ein Zahlungsbeleg (z.B. Paragon) ausgestellt und die Zweit-/Durchschrift davon bei der Rückkehr ins Geschäft in der Registrierkasse nacherfasst wird.

Quelle: WKO NÖ