Neuerungen 2018 – Teil 2

Weitere Neuerungen 2018:  Novelle zum Berufsrecht und Handwerkerbonus 2018 NÖ


Novelle zum Berufsrecht

Mit der Reform wird ab Mai 2018 eine digitale Gewerbelizenz („Single License“) geschaffen, die sämtliche Gewerbeberechtigungen eines Gewerbeinhabers einschließlich der jeweils eingeräumten Nebenrechte umfasst und im Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) registriert wird. Man erhält sie bei der Anmeldung eines Gewerbes; weitere ausgeübte freie Gewerbe sind dann nur noch „anzuzeigen“ und erweitern die bestehende Gewerbelizenz. Demgegenüber bleiben reglementierte Gewerbe stets anmeldepflichtig, ebenso wie generell alle Erstanmeldungen.
Die bestehenden Teilgewerbe (reglementierte Gewerbe mit eingeschränktem Befähigungsnachweis) wurden per Oktober 2017 abgeschafft und zum Großteil in freie Gewerbe umqualifiziert. „Erdbau“ sowie „Betonbohren und –schneiden“ zählen hingegen wieder zum reglementierten Baugewerbe. Weiters gehören die bisher reglementierten Gewerbe „Arbeitsvermittlung“ und „Erzeugung kosmetischer Artikel“ nun zu den freien Gewerben.

Mit Wirkung ab Juli 2017 bereits neu geregelt wurde der Tatbestand der ergänzenden Nebenleistungen

Gewerbetreibende sind in bestimmtem Umfang berechtigt, Leistungen anderer Gewerbe zu erbringen, sofern diese ihre Tätigkeit wirtschaftlich sinnvoll ergänzen. Insgesamt dürfen Nebenleistungen nicht mehr als 30% des vom Gewerbetreibenden erzielten Jahresumsatzes ausmachen. Wird eine Nebenleistung aus einem reglementierten Gewerbe ohne die dafür notwendige Gewerbeberechtigung erbracht, dann darf diese außerdem nicht mehr als 15% der Gesamtleistung  (z.B. des Auftragswerts oder des Zeitaufwands) an den jeweiligen Kunden ausmachen und muss zeitlich vor Abnahme bzw. Vertragsende der Hauptleistung erfolgen.

Alle Gewerbeanmeldungen sind seit Juli 2017 von den Gebühren und Verwaltungsabgaben des Bundes befreit, ebenso kostenfrei sind nun Auszüge aus dem Gewerbeinformationssystem Austria (GISA).

Weitere Änderungen der GewO betreffen unter anderem einzelne Gewerbe sowie Meister- und Befähigungsprüfungen, die hier nicht näher erläutert sind.            Quelle: PWC


HANDWERKERBONUS 2018

Mit dem NÖ Handwerkerbonus 2018 jetzt Sanierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen qualitativ hochwertig durch Gewerbetreibende durchführen lassen und bis zu € 600,- Zuschuss sichern!

Wie wird gefördert?

Es kann ein einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss von 20 % der förderfähigen Kosten für Arbeitsleistungs- und Anfahrtskosten exkl. USt. gewährt werden, höchstens jedoch € 600,- pro Förderobjekt. Die förderfähigen Kosten müssen in Summe zumindest € 200,- netto betragen, damit es in weiterer Folge zur Auszahlung der Mindestförderung in der Höhe von € 40,- kommen kann.

Was wird gefördert?

Sanierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten

Förderbare Arbeitsleistungen im Zuge des NÖ Handwerkerbonus 2018 sind:

  • Erneuerung von Wandanstrichen und Tapeten
  • Austausch von Bodenbelägen
  • Schleifarbeiten an Böden samt Neubeschichtung
  • Erneuerung und Dämmung von Dächern, Fassaden, oberster oder unterster Geschoßdecke
  • Austausch von Fenstern und Türen
  • Austausch von Innentüren samt Türstöcken
  • Sanierung von Sanitäranlagen
  • Erneuerung der gesamten Wasserinstallation
  • Erneuerung von Stiegen samt Geländer
  • Erneuerung der Einbauküche
  • Elektroinstallationen
  • Wartung von Heizungsanlagen
  • Schädlingsbekämpfung (z.B. Hausschwamm, Holzwurm)
  • Verlegung von Boden- und Wandfliesen
  • vergleichbare Leistungen im Zusammenhang mit der Sanierung, Erhaltung und Modernisierung von Wohnhäusern.

NICHT förderbar im Zuge des NÖ Handwerkerbonus 2018 sind:

Neubauten, jede Art von Erweiterungsarbeiten (Aufbauten, Zubauten), Außenanlagen, Gartengestaltung, Zufahrten, Nebenräume außerhalb der Wohneinheit, Kehrarbeiten an Kaminen, Einbau und Austausch von fossilen Heizkesseln, das Erstellen von Energieausweisen, Ablesedienste für Verbrauchszähler (Gas, Strom, Wasser, Fernwärme), Möbel und Möbelrestaurierungen, Haushaltsgeräte aller Art, Poolreinigung.

Voraussetzungen

  • Beim baurechtlich fertiggestellten Förderobjekt muss es sich um ein Eigenheim, ein Reihenhaus oder um eine Wohnung in Niederösterreich handeln.
    (Hinweis: Es ist nur ein Ansuchen pro Objekt möglich.)
  • Das Förderobjekt muss als Hauptwohnsitz bewohnt werden.
  • Die gesamte Arbeitsleistung (Beginn und Ende) ist ab dem 1.1.2018 von einem befugten Unternehmen mit Sitz in Niederösterreich zu erbringen.
  • Erforderliche Merkmale der Rechnungen:
    • Die Rechnungen müssen auf die Förderwerberin/den Förderwerber ausgestellt sein.
    • Die Adresse des Förderobjektes, –– der Zeitraum der Leistungserbringung und –– die Arbeitsleistungs- und eventuelle Anfahrtskosten müssen eindeutig ersichtlich sein.

Antragstellende Person

Der Antrag ist von einer natürlichen Person (Eigentümerin/Eigentümer oder nutzungsberechtigte Person) zu stellen.

Förderungsantrag

Der Antrag kann ausschließlich online gestellt werden.

Quelle: Land NÖ

Bei der Antragstellung sowie der Einreichung der Abrechnung sind wir Ihnen gerne behilflich!