Neuerungen 2018 – Teil 1

  1. Sozialversicherungswerte 2018
  2. EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO)
  3. Krankengeld für Selbständige
  4. Erhöhung der Familienbeihilfe
  5. Senkung des Dienstgeberbeitrages
  6. Besteuerung von Gehaltsvorschüssen und Dienstgeberdarlehen
  7. Besteuerung von Bitcoins und anderer Kryptowährung
  8. Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze – Auswirkungen
  9. Angleichung von Arbeitern und Angestellten

1) Sozialversicherungswerte für 2018

Höchstbeitragsgrundlagen

  • täglich: € 171,00
  • monatlich: € 5.130,00
  • jährlich für Sonderzahlungen: € 10.260,00
  • monatlich für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen: € 5.985,00

Geringfügigkeitsgrenzen

  • monatlich: € 438,05
  • Grenzwert für die Dienstgeberabgabe (DAG): € 657,08

Monatliche Beitragsgrundlagen

  • für Versicherte, die kein Entgelt oder keine Bezüge erhalten: € 824,70 (täglich € 27,49)
  • für Zivildiener: € 1.160,40 (täglich € 38,68)

Auflösungsabgabe

  • Die Auflösungsabgabe für das Jahr 2018 beträgt € 128,00.

2) EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Ab 25.05.2018 gelten die Bestimmungen der DSGVO und des österreichischen Datenschutzgesetzes (DSG) in der Fassung des Datenschutz-Anpassungsgesetzes 2018. Bis dahin müssen alle Datenanwendungen an die neue Rechtslage angepasst werden. Ab diesem Zeitpunkt drohen hohe Geldstrafen.

Auf Grund der umfassenden Neuerungen und der Dringlichkeit zur Umsetzung haben wir die Informationen dazu separat auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.


3) Krankengeld für Selbständige

Selbständig erwerbstätige GSVG-Krankenversicherte, die weniger als 25 Mitarbeiter beschäftigen und bei denen die Aufrechterhaltung ihres Betriebs von der persönlichen Arbeitsleistung abhängt, erhalten im Krankheitsfall unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterstützungsleistung.

Ein Anspruch auf das Krankengeld besteht bis 30.6.2018 ab dem 43. Tag der Krankheit und ab dem 1.7.2018 rückwirkend ab dem 4. Tag, wenn sie länger als 43 Tage arbeitsunfähig sind.


4) Erhöhung der Familienbeihilfe

Ab 1.1.2018 wird die Familienbeihilfe erhöht und beträgt je Kind und Monat

  • bis zum 2. Lebensjahr: € 114,00
  • ab dem 3. bis zum 9. Lebensjahr: € 121,90
  • ab dem 10. bis zum 18. Lebensjahr: € 141,50
  • ab dem 19. Lebensjahr: € 165,10

Ebenso erhöht wurde die sogenannte Geschwisterstaffel und die Erhöhung bei Behinderung.


5) Senkung des Dienstgeberbeitrages

Ab 1.1.2018 reduziert sich der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds von 4,1 % auf 3,9 %.


6) Besteuerung von Gehaltsvorschüssen und Dienstgeberdarlehen

Für die Zinsersparnis eines Gehaltsvorschusses ist ab 2018 ein Sachbezug in Höhe von 0,5% p. a. des aushaftenden Kapitals anzusetzen (vom Betrag, der den Freibetrag von € 7.300,00 übersteigt).


7) Besteuerung von Bitcoins und anderer Kryptowährung

Zinstragende Veranlagung (= Verleih von Bitcoins an andere Personen für zusätzliche Bitcoins): Werden Kryptowährungen zinstragend veranlagt, dann stellen sie Wirtschaftsgüter im Sinne des Einkommensteuergesetzes (Einkünfte aus Kapitalvermögen) dar. Realisierte Wertsteigerungen unterliegen dann grundsätzlich dem Einkommensteuersatz in Höhe von 27,5%.

Keine zinstragende Veranlagung: Werden die Kryptowährungen nicht zinstragend veranlagt, dann sind Veräußerungen als Spekulationsgeschäft zu versteuern, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Ein Verkauf im Privatvermögen kann somit steuerfrei erfolgen, wenn seit dem Kauf mehr als ein Jahr vergangen ist.
Im Betriebsvermögen hingegen erhöhen bzw. reduzieren Veräußerungsgewinne bzw. -verluste von nicht zinstragenden Bitcoins, unabhängig von der Spekulationsfrist, das zum regulären Einkommensteuertarif zu versteuernde Einkommen.


8) Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze – Auswirkungen

Ab 01.01.2018 beträgt die monatliche Geringfügigkeitsgrenze € 438,05. Warum ist es so wichtig, dass Sie diesen Wert kennen?

Weil Sie bei einem (Zu-)Verdienst über € 438,05

  • vollversichert sind und Pensionsmonate erwerben, aber auch versichert zum Arzt gehen können
  • den Bezug von bestimmten Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) verlieren
  • einen pensionsschädlichen Zuverdienst haben – wenn Sie nicht in regulärer Alterspension sind – das führt zum (zumindest teilweisen) Verlust der Pension und zur Rückzahlung der für diesen Zeitraum erhaltenen Pension
  • das Weiterbildungsgeld während Ihrer Bildungskarenz verlieren
  • unter Umständen den Kündigungs- und Entlassungsschutz Ihrer Elternkarenz verlieren
  • und einiges mehr

Die Überlegungen sind für Dienstnehmer und Unternehme, aber auch bei Beschäftigungsverhältnissen in Familienbetrieben wichtig.


9) Angleichung von Arbeitern und Angestellten

Entgeltfortzahlung

  • Bisher entstand der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder Unfall von Arbeitern und Angestellten bis zur Dauer von acht Wochen erst nach fünfjähriger Dauer des Dienstverhältnisses. Zukünftig entsteht der erhöhte Fortzahlungsanspruch bereits ab dem zweiten Dienstjahr. An den anderen Steigerungsstufen (sechs Wochen im ersten Dienstjahr, nach 15 Dienstjahren zehn Wochen und nach 25 Dienstjahren 12 Wochen) ändert sich nichts. Wie bisher besteht für je weitere vier Wochen der Anspruch auf das halbe Entgelt.
  • Im Fall einer Wiedererkrankung des Angestellten innerhalb eines Arbeitsjahres besteht ein Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts nur mehr soweit, als der Entgeltfortzahlungsanspruch nicht bereits ausgeschöpft ist. Mit Beginn eines neuen Arbeitsjahres entsteht der Anspruch wieder in vollem Umfang.
  • Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten besteht der Anspruch auf das Entgelt im Anlassfall ohne Rücksicht auf andere Zeiten einer Arbeitsverhinderung grundsätzlich bis zur Dauer von acht Wochen und wächst nach 15 Dienstjahren auf zehn Wochen an.
  • Des Weiteren ist vorgesehen, dass auch bei Angestellten durch Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung vereinbart werden kann, dass sich der Anspruch auf Entgeltfortzahlung nicht nach dem Arbeitsjahr, sondern nach dem Kalenderjahr richten soll.
  • Im Fall einer einvernehmlichen Beendigung des Dienstverhältnisses während eines Krankenstandes bestehen in Zukunft betreffend die Entgeltfortzahlung die gleichen Ansprüche wie bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber. Dies bedeutet, dass der Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts nach den obigen Bestimmungen bestehen bleibt, wenngleich das Dienstverhältnis früher endet.
  • Künftig haben Arbeiter ebenso wie Angestellte zwingend Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn sie durch andere wichtige Gründe, die nicht auf einer Krankheit oder einem Unfall beruhen, unverschuldet während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Dienstleistung verhindert sind (zB Tod eines Angehörigen, Eheschließung). Dieser Anspruch kann nicht mehr durch Kollektivvertrag eingeschränkt werden.

Kündigungsfristen und -termine

Bislang waren die allgemeinen Kündigungsfristen und -termine in Relation zur Dauer des Dienstverhältnisses, der Art der geschuldeten Dienste und je nach der Bemessung des Entgelts geregelt. Zudem konnten die Kündigungsregeln für Arbeiter auch zu Lasten des Arbeiters geändert werden.

In Zukunft werden auch für Arbeiter die bislang für Angestellte geltenden Kündigungsbestimmungen des § 20 Angestelltengesetz (AngG) Anwendung finden, wobei für beide Gruppen von Arbeitnehmern die Voraussetzung eines zeitlichen Mindestbeschäftigungsausmaßes entfällt. Somit beträgt die Kündigungsfrist nun auch für Arbeiter mindestens sechs Wochen und erhöht sich abhängig von der Dauer des Dienstverhältnisses auf bis zu fünf Monate. Der vom Arbeitgeber einzuhaltende Kündigungstermin ist das Ende eines Quartals. Es kann jedoch vereinbart werden, dass das Dienstverhältnis am 15. oder Letzten eines Monats endet.

Inkrafttreten

Die Anpassung bei der Entgeltfortzahlung tritt mit 1.7.2018 in Kraft. Die Kündigungsfristen werden dagegen erst mit dem Jahr 2021 harmonisiert. Eine Ausnahme gibt es für typische Saison-Branchen (zB Bau, Tourismus). Weiters können hier in Kollektivverträgen abweichende Regelungen getroffen werden.

Quellen: PWC, LBG, WKO, NÖGKK