Steuerbefreiung für Aushilfskräfte

Seit 1.1.2017 darf ein Unternehmer zu Stoßzeiten (z.B. bei Sommerfesten im Gastgewerbe, an Weihnachts-Einkaufssamstagen im Handel, etc.) geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer anstellen, die unter bestimmten Bedingungen steuerbefreit sind. Von der Befreiung sind auch Lohnnebenkosten erfasst (Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag (DB) und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ)). Allerdings ist an das Finanzamt ein Lohnzettel zu übermitteln. Die Begünstigung ist für die Kalenderjahre 2017 bis 2019 befristet.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Es muss sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handeln (Geringfügigkeitsgrenze 2018: EUR 438,05 bzw. 2019: EUR 446,81)
  • Die Aushilfskraft muss daneben einer vollversicherten Haupterwerbstätigkeit nachgehen. Dies kann sowohl durch eine selbständige als auch eine nichtselbständige (Teilzeit-)Beschäftigung der Fall sein. Es darf sich daher z.B. nicht um einen Pensionisten handeln und auch nicht um eine Person, die nur geringfügig bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt ist
  • Das vollversicherte Dienstverhältnis darf nicht zu jenem Arbeitgeber bestehen, bei dem die Tätigkeit als Aushilfskraft erfolgt.
  • Der Arbeitnehmer darf die begünstigte Aushilfstätigkeit höchstens 18 Tage pro Kalenderjahr ausüben. Dabei ist es unerheblich, für wie viele Arbeitgeber er auf diese Art tätig wird. Wenn er im Kalenderjahr für mehrere Arbeitgeber als Aushilfskraft arbeitet, muss er den jeweiligen Arbeitgeber darüber informieren, wie viele Tage im Kalenderjahr er bereits begünstigt beschäftigt war. Ab Beginn des Beschäftigungsverhältnisses, bei dem die Grenze von 18 Tagen überschritten wird, steht die Begünstigung nicht mehr zu.

Darüber hinaus müssen Arbeitgeber von Aushilfskräften folgende Voraussetzungen erfüllen, damit die Steuerbefreiung zusteht:

  • Die Aushilfskraft dient zur Abdeckung eines temporären zusätzlichen Arbeitsanfalls in Spitzenzeiten bzw. als kurzfristiger Ersatz einer ausgefallenen Arbeitskraft.
  • Der Arbeitgeber hat an nicht mehr als 18 Tagen im Kalenderjahr Aushilfskräfte beschäftigt. Wie viele Aushilfskräfte an einem dieser Tage zum Einsatz kommen, ist unerheblich. Überschreitet der Arbeitgeber die Grenze von 18 Tagen, steht die Begünstigung ab Beginn der Beschäftigung jener Aushilfskraft, bei der die Grenze überschritten wird, nicht mehr zu.

Wird eine der Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nicht erfüllt, steht die Begünstigung grundsätzlich von Beginn an nicht zu.

In der Sozialversicherung ist bei Aushilfskräften seit 1.1.2018 ein pauschaler Dienstnehmerbeitrag in Höhe von 14,12% sowie die Arbeiterkammerumlage einzubehalten und abzuführen.

Für den Dienstgeber entfällt der Beitrag zur Unfallversicherung, der Dienstnehmer ist aber dennoch unfallversichert.

Beispiel 1:

Ein Unternehmer beschäftigt zwei Aushilfskräfte zu Stoßzeiten fallweise geringfügig: Von Jänner bis Juli die erste Aushilfskraft für 9 Tage, von August bis Dezember die zweite Aushilfskraft für 10 Tage. Die zweite Aushilfskraft kann für 9 Tage begünstigt abgerechnet werden. Der 10. Tag unterliegt der SV-Pflicht (geringfügig) und Lohnsteuerpflicht.

Auch wenn eine Aushilfskraft an einem Tag bei mehreren Dienstgebern hintereinander arbeitet, zählt dies als ein Einsatztag.

Beispiel 2:

Eine Aushilfskraft arbeitet am Vormittag beim ersten Dienstgeber und am Abend desselben Tages beim zweiten Dienstgeber. Trotz zweier Beschäftigungen wird dies als ein Einsatztag gewertet. Geht die Beschäftigung allerdings über die Datumsgrenze hinaus (beispielsweise von 20:00 bis 02:00), sind zwei Einsatztage (von 18 Tagen) angefallen.

Im Regelfall wird es sich bei Aushilfskräften um fallweise Beschäftigte handeln. Es sind aber auch kurze Befristungen möglich, sofern die für die Steuerfreiheit maßgeblichen Grenzen nicht überschritten werden (Geringfügigkeitsgrenze sowie 18 Tage Einsatz).

Quelle: WKO